Aktuelles/Aktionen

 

Absage unserer Jahresabschlussfeier mit Jubilarehrung

 

Liebe Mitglieder, liebe Jubilare,

 

wir haben bis zum letzten Moment gehofft, dass uns die Pandemie nicht so fest in den Griff bekommt, wie es jetzt doch geschehen ist.

 

Es wäre schön gewesen, das ablaufende Jahr nochmal in freudiger Gemeinsamkeit am 26.11. im Arkadensaal des Bürgerhauses Revue passieren zu lassen.

 

Vor allen Dingen wollten wir unseren Jubilaren, bei denen manche fast ihr ganzes Leben in den Dienst unseres Vereins gestellt haben, die Anerkennung und den Dank unseres Vereins aussprechen. Es sind „Lebenslinien“ entstanden, wenn man 75, 60 und 50 Jahre aktiv zu unseren Ideen steht und die nach außen glaubhaft vertritt.

 

Dass unser Verein im nächsten Jahr 100-jähriges Bestehen feiern kann, verdanken wir solchen treuen Mitgliedern.

 

Wir haben aber auch eine Verantwortung gegenüber unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern, dem Virus keine weiteren Angriffsflächen zu bieten, um Leid abzuwenden und Schlimmeres zu verhindern.

 

Die Vorstandschaft hofft auf euer Verständnis. Bleibt gesund und uns wohlgesinnt.

 

 

 

Die Vorstandschaft

 
 

 


 

Naturfreunde Schwebheim ,Jubilarehrung einmal anders

 

Unsere Jubilare die 75 Jahre beim Verein tätig waren, sind Heinz Jakob, Richard Ludwig, Erhard Metzner.

 

 

Wer so lange im Verein aktiv ist, sollte auch entsprechend geehrt werden.

 

Leider hat Corona uns den festlichen Rahmen wieder zunichte gemacht.

  

Sie waren die Männer der ersten Stunde. Nach der NS-Zeit, in der die Naturfreunde verboten waren, haben sie mit dem Vereinsleben wieder bei null begonnen, und haben sich ein Leben lang der Naturfreudenbewegung verschrieben.

 

Als uns die Gemeinde eine ehemalige Sandgrube am Mühlweg, als Baugrund übereignet hatte, ging es ans Bauen unseres Vereinsheimes. Die Steine zum Hausbau wurden in Schweinfurt, aus den Bombenruinen der Industrie geholt. Da aber der Mühlweg noch nicht ausgebaut war, wurde das ganze Baumaterial an der Hauptstraße, bei Frisör Böhm abgeladen und dann, mit dem Kuhgespann der Familie Jakob, zur Baustelle transportiert. Das passierte alles nach einem langen Arbeitstag, als es die 50 Stundenwoche noch gab und die Samstage noch nicht arbeitsfrei waren.  Alles geschah in mühsamer Handarbeit. Erhard Metzner z.B. hat mit anderen Vereinsfreunden die Stuckdecke in der Gastwirtschaft gestaltet, die heute noch unser Haus ziert. Richard Ludwig, mit seiner Frau Käthe waren lange Jahre die ersten Wirte in unserem Naturfreundehaus. Richard Ludwig wäre heute der Kulturreferent des Vereins, denn er war der Regisseur unserer Theatergruppe und Bühnenbildner mit weiteren Freunden bei den legendären, themenbezogenen Faschingsbällen der Naturfreunde. Unvergessen war der Faschingsball “Eine Nacht in Venedig“.

 

Richard Ludwig war auch Gemeinderat und hat dort die Ideen der Naturfreunde mit eingebracht. Er verschrieb sich dann der Historie und hat die Geschichte Schwebheims erforscht und in mehreren Büchern aufgearbeitet.

 

Unser Schreiner, Heinz Jakob hat alle Holzarbeiten mit Freunden im Vereinsheim geschaffen, Fenster, Türen, Möbel. Die Naturfreunde hatten zwar kein Geld, aber immer fleißige Mitglieder, die alles geschafft haben. Auch heute ist Heinz Jakob noch für die Holzarbeiten zuständig. Die weit über tausend Nistkästen, hat er anfangs aus Abfallholz aus der Industrie gebaut, heute holen wir die Bretter im Baumarkt. Im stolzen Alter von 90 Jahren werkelt er heute noch täglich in seiner Werkstatt, und hat erst wieder Nistkästen, Futterhäuser und Bausätze für Nistkästen für die Kinder angefertigt.

 

Was für mich aber besonders beeindruckend ist, trotz der schweren körperlichen Arbeit, die in der Anfangszeit des Wiederaufbaues im Beruf, in der Familie und im Verein zu bewältigen war, hatten sie die Kraft, und sahen die Notwendigkeit, auch noch Jugendarbeit zu machen. Wir waren immer auch ein politischer Verein, und sie wollten die Jugend vor den Verblendungen bewahren, denen sie selbst im NS-Regime ausgesetzt waren.

 

Demokratie, soziales Handeln und der Schutz der Natur waren die Bausteine ihres Handelns.

 
 

 

Dafür danken wir unseren Jubilaren, in bester Hochachtung, wir wissen was wir an ihnen haben.

 

 

 

Hans Fischer, 1. Vorstand